Buchrezension - "Die Tage, die ich dir verspreche" von Lily Oliver

Quelle: Verlagsgruppe Droemer-Knaur
Gwen sollte glücklich und zufrieden sein. Sie sollte sich jeden Tag freuen und ihr Leben genießen.
Denn Gwen war herzkrank, stand quasi kurz vor dem Tod, und hat ein Spenderherz bekommen. Sie darf leben!

Doch Gwen ist alles andere als glücklich und zufrieden. Ständig quält sie sich mit Fragen und Vorwürfen, ob sie dieses Spenderherz überhaupt verdient hat.
Ob die Familienangehörigen des Spenders überhaupt wollten, dass das Herz ihres geliebten Menschen in jemand anderen „eingesetzt“ wird. Und überhaupt: wie kann Gwen glücklich leben, wenn dafür ein Mensch sinnlos sterben musste? 

Dennoch: alle erwarten, dass sie ihr Leben nun genießt, dass sie „es anpackt“, sich nicht hängen lässt. Alle sind froh, dass Gwen lebt. Also sollte sie es doch auch sein. Oder?
Aus Angst, ihre Familie in irgendeiner Art und Weise zu enttäuschen, spricht sie nicht über ihre Gefühle. Darüber, wie es in ihr drin aussieht. Und so ist sie allein mit ihren Sorgen, Ängsten und Vorwürfen, die so weit gehen, dass sie beschließt, dieses Herz nicht verdient zu haben. Sie fasst den unvorstellbaren Entschluss es zu verschenken und selbst zu sterben. Ihr Angebot in einem entsprechenden Internetforum wird von dessen Moderator Noah gelesen. Dieser hält das Ganze jedoch für einen schlechten Scherz, weshalb er das Angebot aus Spaß annimmt. 

Am nächsten Tag steht sie tatsächlich vor seiner Tür und ihm wird sofort klar, dass Gwen dieses Angebot schrecklich ernst meint. Mit viel Überredungskunst und einer Lüge, schafft er es einen Handel mit ihr einzugehen und ihr das Versprechen abzunehmen, noch einige Tage zu warten. Obwohl er selbst kaum noch daran glaubt, dass das Leben lebenswert sein kann, fasst er den Entschluss, Gwen eben davon zu überzeugen.


„Die Tage, die ich dir verspreche“ ist voll mit Gefühlen und Empfindungen, die einen gar nicht kalt lassen können. Während des Lesens empfindet man soviel Mitgefühl, man ist so voll von Empathie, dass man es an manchen Stellen kaum noch aushält. Man spürt den Kloß im Hals wachsen und die Tränen in die Augen steigen. Und obwohl man Gwen voll verstehen kann, so will man doch unbedingt, dass sie ihre Meinung ändert.
Die Autorin hat ein Thema aufgegriffen, dass nicht alltäglich ist und damit – meiner Meinung nach – voll ins schwarze getroffen. 

Wer weiß schon wirklich, wie es in den Menschen aussieht, die ein „fremdes“ Organ in sich tragen? Man hat immer die Erwartung, dass diese Leute froh über ihre neue Lebenschance sein sollten. Doch „Die Tage, die ich dir verspreche“ macht einem klar, dass dies eben nicht immer so ist. 


Auf diesem Wege auch wieder herzlichen Dank an vorablesen, dass ich dieses Buch lesen durfte!


 

Daten zum Buch: 
Titel: "Die Tage, die ich dir verspreche"
Autor: Lily Oliver
Verlag: Droemer-Knaur
Genre: Roman

Seitenzahl: 368
ISBN: 978-3-426-51676-8 
Erschienen am:  01.09.2016

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