Buchrezension - "Die Stille vor dem Tod" von Cody McFadyen



Lange, sehr, sehr lange habe ich auf das neueste Werk von Autor Cody McFadyen hingefiebert. Immer wieder wurde der Erscheinungstermin von „Die Stille vor dem Tod“ verschoben und die Enttäuschung war grenzenlos. Waren doch alle vorausgegangenen Bände der Smoky-Barrett-Reihe ein voller Erfolg und konnten mich von der ersten Seite an fesseln.
Vom neuen Werk erhoffte ich mir eben soviel, wenn nicht sogar noch mehr, Spannung und Lesefieber.

Quelle: Bastei Lübbe
Zunächst wurden meine Erwartungen voll erfüllt.
„Die Stille vor dem Tod“ gliedert sich in drei Teile. Wobei ich gleich vorweg sagen muss, dass mir die einzelnen Titel der Teile nicht gefallen haben und sie auch wenig über den jeweiligen Teil ausgesagt haben. Beziehungsweise fand ich sogar, dass sie überhaupt nicht zu dem jeweiligen Teil gepasst haben.
Der erste Teil war sehr spannend und lies sich auch sehr flüssig lesen. Obwohl bereits in diesem Teil sehr viele Menschen den Tod finden, hat man einen Überblick und kann der Handlung folgen. Auch passieren viele Dinge zur gleichen Zeit, der Leser wird jedoch nicht verwirrt. Es ist immer klar, wer sich gerade wo befindet und was passiert. Ohne zuviel von der Story zu verraten, kann man sagen, dass der erste Teil viele Details beinhaltet, die nichts für schwache Nerven sind.
Der zweite Teil war für mich dann schon etwas schwerer nachzuvollziehen. Er beginnt mit zwei Zeitungsartikeln, die das Geschehene zusammenfassen, das jedoch nur notdürftig. Plötzlich sind irgendwelche Videos im Internet im Umlauf, die von den Tätern stammen und grausame Dinge zeigen. Es ist von zwei Tätern die Rede.
Irgendwie hat mir hier ein Stück gefehlt. Irgendeine Überleitung zu den Zeitungsartikeln. Die Ermittler waren plötzlich alle „verschwunden“ und der Leser bekommt durch die Artikel irgendwelche Häppchen vorgesetzt, die nicht zufrieden stellend sind.
Auch die weitere Handlung ist etwas schwer fälliger als im ersten Teil, doch trotzdem enthält Teil 2 noch eine gewisse Spannung. Jedoch hatte ich oft Probleme, zu verstehen, ob ich mich nun gerade in der Gegenwart befinde oder in einem Rückblick oder in einer Darstellung eines Videos. Das alles war sehr schwammig formuliert und man konnte es nicht klar trennen.
Ab dem dritten Teil zog sich das Buch für mich einfach nur noch in die Länge und die Auflösung des Falles war für mich auch total unschlüssig und unlogisch. Und dann ja auch nicht mal komplett sondern nur teilweise – die Leser werden verstehen, was ich meine.
Es kam mir leider so vor, als hätte sich der Autor irgendeinen Schluss ausgedacht, nur um das Buch endlich fertig zu stellen, obwohl er eigentlich eine ganz andere Story geplant hatte.

„Die Stille vor dem Tod“ hat meiner Meinung nach sehr stark angefangen aber leider auch sehr stark nachgelassen. Nicht mehr nachvollziehbare Handlungen und Schlussfolgerungen sowie ein spannungsloser dritter Teil machen das Buch für mich zu einem Fehlkauf. Durch die ewig lange Wartezeit hat man sich wohl einfach etwas viel besseres erhofft.

Fazit: Wäre „Die Stille vor dem Tod“ mein erstes Buch des Autors gewesen, so hätte ich wohl kein weiteres von ihm gelesen. Sehr sehr schade!



Daten zum Buch:
Titel: "Die Stille vor dem Tod"
Autor: Cody McFadyen
Verlag: Bastei Lübbe
Genre: Thriller
Seitenzahl: 478
ISBN:
978-3-7857-2566-5
Erschienen am: 26.09.2016

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